Zu letzt bearbeitet am: 2008-08-12 16:32:35
Regeln
Schriftlich wurden die ersten Golfregeln 1744 von den Gentlemen Golfers of Leith festgelegt. In denen vom
Royal & Ancient Golf Club of St. Andrews (R&A) festgelegten Regeln haben die modernen Golfregeln jedoch ihren Ursprung. Heute werden die Golfregeln alle
3-4 Jahre gemeinsam von R&A und USGA herausgegeben und
sind in der aktuellen Fassung bis Ende 2011 gültig. Der Deutsche Golf Verband übersetzt dieses Regelbuch ins deutsche.
Die Regeln im Golf müssen eine Vielzahl von denkbaren Situationen auf dem Golfplatz abdecken, da dieser weitgehend natürlich
belassen ist. Das ist der Grund warum das Golf-Regelbuch sehr umfangreich und meist umfangreicher als das der meisten anderen Sportarten ist. Die Regeln in manch bestimmter Spielsituation verunsichert gelegentlich sogar manch erfahrenen Golfspieler. Deshalb empfiehlt es sich immer ein Golfregelbuch auf der
Runde dabei zu haben.
Um Regelfragen beantworten zu können, hat jeder Golfverband (in Deutschland der DGV) eine Expertenkommission, die strittige Fragen beantwortet, sofern sie den Sacherverhalt für eindeutig hält. Wenn die Expertenkommission keinen Rat zu einer bestimmten Spielsituation weiß, wird letztlich die R&A bzw. USGA um eine Entscheidung
(Decision) gebeten, also eine offizielle Regelauslegung. Wie auch die Golfregeln werden die Decisons veröffentlicht, jedoch haben diese eher eine geringe praktische Relevanz, da es bei den Decisions meist um Sonderfälle geht.
Es gilt, einen Ball mit mindestens 42,67mm Durchmesser und einem Gewicht von höchstens 45,93g mit möglichst wenig Golfschlägen von einem
Abschlag aus anfangend bis in das 10,8cm durchmessendes und in der Regel mehrere 100m entfernte
Loch, auf dem so genannten
Grün zu spielen. Dies muss unter der Berücksichtigung der Golfregeln geschehen. Das Spielfeld, der
Golfplatz, besteht aus meist 9 oder 18 Spielbahnen.
Wenn man den Ball nicht mehr regelgerecht spielen kann (z.B. nicht mehr auffindbar oder in einem Wasserhindernis versunken), so gibt es bestimmte Möglichkeiten der Wiederaufnahme. Dies jedoch meist (außer
Sonderfall) unter Zurechnung von Golfschlägen. Der Score
(Golfschläge + Strafschläge) wird in einem Ergebniszettel, der so genannten
Scorekarte, notiert.
Par ist der Wert, der für jede Spielbahn (ugs. Loch) definiert wird. Der definierte Wert ist ein Wert, den ein sehr guter Spieler braucht, um den Ball vom Abschlag ins Loch zu spielen. Es wird bei der Berechnung immer davon ausgegangen, dass man zwei
Putts auf dem Grün für eine Spielbahn
benötigt. Dazu kommt dann die für jede Spielbahn unterschiedliche Anzahl von Schlägen vom Abschlag auf das Grün, welche mit der Schwierigkeit, der Länge, der Anzahl
von Bunker, Hügel, Wasser usw. variiert.
Wenn ein Spieler mit ‚Par minus 2’ Schlägen auf dem Grün liegt spricht man in der Golfersprache von einem
‚Green in Regulation’ (z.B. bei einem Par 5 mit 3 Schlägen auf dem
Grün). Auf einem Golfplatz gibt es ein Par 5, was bedeutet man sollte mit 5 Schlägen
eingelocht
haben um ein Par zu spielen, ein Par 4 und ein Par 3. Häufig ist ein 18-Loch Platz mit vier Par 3 Löcher, zehn
Par 4 und vier Par 5 ausgelegt.
Folgend werden die verschieden Scores in der Golfersprache genannt:
| Begriff | Bedeutug |
| Hole in One | direkt vom Abschlag ins Loch |
| Double Albatross | vier Schläge unter Par |
| Albatros | drei Schläge unter Par |
| Eagle | zwei Schläge unter Par |
| Birdie | ein Schlag unter Par |
| Par | Par |
| Bogey | eins über Par |
| Double Bogey | zwei über Par |
| Triple Bogey | drei über Par |
Die zwei grundsätzlichen Spielformen bei Wettspielen sind Zählspiel und Lochspiel, wobei einige weitere Varianten existieren.
Wenn man Zählspiel spielt, kommt es auf den erreichten Score im Vergleich zum Rest den Teilnehmerfeldes an. Man spricht jedoch oft vom Spiel gegen den Platz, da kein direkter Gegner existiert.
Beim Lochspiel ist es anders, hier gilt es einen bestimmten Gegner zu schlagen, in dem man auf mehreren Löchern als der Gegner einen besseren Score
haben muss, um zu gewinnen.
Es gibt für beide Spielweisen wiederum zwei Zählweisen, nämlich brutto (der tatsächlich gespielte Score) und netto (der gespielte Score wird angepasst nach der Spielstärke/Handicap jedes Spielers). Die
Brutto-Wertung zeigt also den absolut besten Golfer und der Netto-Wert den relativ besten Spieler, der im Vergleich zu seiner persönlichen
Spielstärke am erfolgreichsten war.
Die in Deutschland weit verbreitete Variante des Zählspiels ist das Zählspiel nach Stableford. Die Handicaps der im Deutschen Golf Verband organisierten Golfer werden Mittels dieser Spielform ermittelt.
Um einen spannenden Wettkampf auch zwischen Kontrahenten unterschiedlicher Spielstärke zu ermöglichen, gibt das Handicap den Faktor des tatsächlich gespielten Score bei einer abgepassten Nettowertung an.
Das schlechteste Handicap ist – 54 wenn man jedes Loch mit einem Par spielt, hat man Handicap +/- 0.
Die verschiedenen Golfverbände in den unterschiedlichen Ländern ermitteln das Handicap zum teil nach anderen Methoden. Insoweit ist manchmal nur eine sehr grobe Vergleichbarkeit möglich. Folgende Begriffe sind jedoch überall auf der Welt gleich:
- ‚Bogey-Golfer’: fortgeschrittener Amateur ( der im durchschnitt mit einem Schlag über Par einlocht)
- ‚Scratch-Golfer’: Profi (spielt meist ein Par)
- ‚Rabbit’: Golfanfänger
Auf dem Platz ist ein sportliches und Rücksichtsvolles Verhalten unerlässlich. Durch das nicht Einhalten der Etikett zieht man sich oft den Ärger der Mitspielerinnen und Mitspieler auf sich. Jedoch kann erst bei wiederholter Nichtbeachtung der Etikette ein Spieler durch die Spielleitung disqualifiziert werden.
Das Grundgebot der Etikette, was man nie vergessen darf ist:
Ohne die Einhaltung der Regeln und Etikette kann kein sportlich, faires und flüssiges Golfspiel stattfinden. Denn das einhalten der Etikette dient auch dazu, den Platz optimal zu schonen.
Die wichtigsten Punkte der Golfetikette sind Sicherheit, Rücksicht auf andere Spieler, Spieltempo, Vorrecht auf dem
Golfplatz und Schonung des Platzes.
Wenn Sie alle Golfregeln und Etikette nachlesen wollen, dann ist das Golfregelbuch des Deutschen Golf Verbandes sehr empfehlenswert. Die offiziellen Golfregeln 2008-2011.